Shodoshima I

Es könnte Teil eines Filmsets sein für eine weitere Orwellsche Geschichte: die Marukin Sojasauce Brauerei (マルキン醤油) auf Shodoshima (小豆島) im Seto Inland Meer in Japan. Neben dem herausstechenden, mächtigen roten Firmenlogo an der Fassade ist es die schwarze Patina auf den Gebäuden und Pflanzen, welche sich in umwerfendem Kontrast den Augen offenbart. Aber nicht alles Schwarz ist vom selben Ursprung. Manche Wände bestehen aus verkohltem Holz und können der uralten japanischen Shou Sugi Ban Technik zugeordnet werden, welche fest verankert ist in der Region. Dieses anbrennen der Bretter führt zu Widerstandsfähigkeit gegenüber Verwitterung, UV-Strahlen, Ungeziefer und Schädlingen.

Bakterien auf den Baumästen vor verkohlten Brettern.
Bakterien auf den Baumästen vor verkohlten Brettern.
Schwarz trifft auf Weiss
Schwarz trifft auf Weiss

Dieser schwarze Überzug bezieht sich direkt auf die Produktion von Sojasauce. Es sind Bakterien, welche sich während des Brauprozesses innerhalb und ausserhalb der Fabrik ansammeln. Zusammen mit Hefe fermentieren sie die Soyasauce in jahrhundertealter Manier. Shodoshima kann auf eine stolze Tradition in Sachen Sojasauce zurückblicken. Die strategische Position im Seto Inland Meer bedeutete den einfachen Import der – lokal nicht vorhandenen – Grundzutaten. Dasselbe kann über die Verschiffung der fertigen Güter rund um Japan gesagt werden.

Orwell hätte seine Freude
Orwell hätte seine Freude
Schwarze Mauern bedeuten florierende Geschäfte
Schwarze Mauern bedeuten florierende Geschäfte

Ressourcen:

Marukin Sojasauce
CharredWood.com

Dieser Post ist Teil einer Serie über die Setouchi Triennale 2016 Artfest Lokalitäten.
setouchi_triennale_2016

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